Es gibt Geschichten, die in einer Familie immer wieder erzählt werden. Andere kommen nur selten zur Sprache: wie das Leben vor den Kindern aussah, weshalb ein Ortswechsel nötig wurde oder was hinter einer Entscheidung stand, die bis heute nachwirkt. Vielleicht möchten Sie diese Erinnerungen bewahren, finden aber weder die Zeit noch die passenden Worte für ein ganzes Buch.

Eine Biografie schreiben zu lassen bedeutet, diese Arbeit mit jemandem zu teilen. Dabei geht es um mehr als einen gut formulierten Text. Sie vertrauen einem Menschen Ihre Erinnerungen an und möchten sich später in der Erzählung wiederfinden. Deshalb sollten Sie vor einem Auftrag verstehen, wie die Zusammenarbeit aussieht, welche Entscheidungen bei Ihnen bleiben und was zum vereinbarten Honorar gehört.

Hier zeige ich Ihnen meinen Weg von den persönlichen Gesprächen zur Buchfassung. Außerdem erfahren Sie, worauf Sie bei Arbeitsproben, Zeitplanung und Angeboten achten können, bevor Sie sich entscheiden.

Was entsteht, wenn Sie Ihre Biografie schreiben lassen?

Am Ende steht ein Buch, in dem Sie Ihren eigenen Lebensweg wiederfinden. Sie müssen dafür kein Manuskript vorbereiten. In persönlichen Gesprächen erzählen Sie mir von Menschen, Begegnungen und Entscheidungen, die Ihr Leben geprägt haben. Ich höre zu, frage nach und bringe das Erzählte in eine zusammenhängende Form. Das Manuskript lesen Sie, bevor es gedruckt wird.

Vielleicht möchten Sie Ihren Kindern zeigen, wie Ihr Leben aussah, bevor es sie gab. Vielleicht möchten Sie eine bewegte Zeit festhalten oder sich selbst noch einmal vergegenwärtigen, welchen Weg Sie gegangen sind. Daraus ergeben sich unterschiedliche Bücher: ein Lebensrückblick, die Geschichte einer Familie oder das Porträt eines wichtigen Lebensabschnitts. Es muss nicht jedes Jahr gleich ausführlich vorkommen.

Ein tabellarischer Lebenslauf nennt Stationen. Ein biografisches Buch erzählt, was Sie dabei erlebt haben. Warum haben Sie einen vertrauten Ort verlassen? Wer hat Ihnen etwas zugetraut? Welche Entscheidung würden Ihre Enkel besser verstehen, wenn sie die damaligen Umstände kennten? Solche Zusammenhänge machen aus einzelnen Daten eine persönliche Geschichte.

Stehen Ihre beruflichen Entscheidungen und die Entwicklung Ihres Unternehmens im Mittelpunkt, kann eine Unternehmerbiografie die passende Form sein. Wenn Sie zwischen mehreren Buchformen und verschiedenen Arten der Unterstützung abwägen, hilft Ihnen die Übersicht Ein Buch schreiben lassen.

Was mein biografisches Porträt ausmacht

Ich möchte mit Ihrem Buch das Wesentliche Ihres Lebens sichtbar machen. Im freien, ausführlichen Gespräch begegnen wir einander persönlich, möglichst in einer Umgebung, die zu Ihnen gehört. Ich höre, was Sie erzählen, frage nach Ihren Motiven und nehme wahr, welche Erfahrungen Ihnen Bedeutung geben. Aus meiner Resonanz auf diese Begegnung schreibe ich Ihr Porträt.

Ein Lebenslauf nennt beispielsweise eine berufliche Station. Ein Porträt kann zeigen, weshalb Sie sich für diesen Weg entschieden, wem Sie dabei begegneten und was Sie daraus mitnahmen. Es fragt nach der Person hinter den Ereignissen. So werden Werte, Beziehungen und Lebensleistung anschaulich, die eine Aufzählung von Daten allein nicht vermitteln würde.

Mein Blick ist von Sprache, Musik und künstlerischer Arbeit geprägt. Ich suche eine poetische, zugleich klare Form, in der Sie sich wiedererkennen können. Wertschätzung bedeutet dabei, auch schwierige Erfahrungen behutsam einzuordnen und Ihrer Geschichte gerecht zu werden. Ihr Leben muss dafür weder geradlinig noch konfliktfrei verlaufen sein.

Dieses Verständnis beschreibe ich mit „Kunstwerk. Leben“: Ihre Persönlichkeit wird in ihrer Eigenart gewürdigt. Das Buch kann Ihnen selbst einen Blick auf Ihren Weg eröffnen und anderen Menschen näherbringen, wer Sie sind. Es bewahrt auch, welche Werte und Erfahrungen Sie weitergeben möchten.

Ein privates Erinnerungsbuch oder eine öffentliche Biografie?

Ein Buch für Ihre Familie darf andere Kenntnisse voraussetzen als ein Buch für unbekannte Leser. Ihre Kinder wissen vielleicht, wer mit „Tante Lotte“ gemeint ist. Ihre Enkel kennen bereits den Ort nicht mehr, an dem sie lebte. Für ein öffentliches Publikum müssten auch Zusammenhänge erklärt werden, die in der Familie selbstverständlich sind. Diese Entscheidung beeinflusst den Aufbau und die Auswahl der Geschichten.

Es lohnt sich deshalb, den gewünschten Leserkreis möglichst konkret zu benennen. „Für meine Familie“ kann wenige Geschwister oder drei Generationen umfassen. Wer soll beim Lesen etwas Neues erfahren? Was sollen diese Menschen besser verstehen? Daraus ergibt sich eher eine Richtung als aus einer vorab festgelegten Zahl von Buchseiten.

Wie erzählen Sie Ihr Leben, ohne alles vorbereiten zu müssen?

Sie brauchen weder eine lückenlose Chronik noch fertig sortierte Fotoalben. Beginnen können wir mit dem, was Ihnen gegenwärtig ist: einem Zuhause, einer Begegnung, einer Veränderung. Wir verabreden persönliche Gespräche an einem ruhigen Ort, passend zu Ihrer Terminplanung. Diese Gespräche nehme ich auf, damit ich beim Schreiben darauf zurückgreifen kann.

Fotos, Briefe und Aufzeichnungen können Erinnerungen anstoßen oder Angaben ergänzen. Ein Bild erklärt jedoch nicht von selbst, welche Bedeutung ein Mensch für Sie hatte. Deshalb stehen die Gespräche im Mittelpunkt. Auf Ihren Wunsch beziehe ich auch Familienmitglieder oder andere Wegbegleiter ein. So können mehrere Perspektiven sichtbar werden.

Für die Vorbereitung genügen zunächst drei kurze Notizen:

  • Diese Geschichte möchte ich bewahren: ein Zeitraum, ein Thema oder einige wichtige Stationen.
  • Diese Menschen sollen sie lesen: etwa Kinder, Enkel, Freunde oder ein weiterer Leserkreis.
  • Das ist mir im Umgang damit wichtig: beispielsweise ein bestimmter Ton, eine offene Frage oder ein Thema, das zunächst nicht ins Buch soll.

Sie dürfen während eines Gesprächs springen, etwas ergänzen oder sich korrigieren. Eine mündliche Erzählung muss noch keine Buchreihenfolge haben. Beim Schreiben ordne ich die Zusammenhänge; Ihre Rückmeldung zeigt anschließend, wo etwas fehlt oder anders gemeint war.

„Die Gespräche in der Wohnung meiner Mutter wurden sehr sensibel geführt.“

Anette Witte, Tochter einer porträtierten Kundin

Anette Witte beschreibt in ihrer Rückmeldung ein Buchprojekt über die Kindheit und weitere Lebensabschnitte ihrer Mutter. Solche Erfahrungen können Ihnen einen Eindruck der Zusammenarbeit geben. Ob wir gut miteinander sprechen können, zeigt sich bereits im ersten Telefonat und anschließend bei unserem persönlichen Kennenlernen.

Sie brauchen keine fertig geordneten Erinnerungen

Vielleicht erinnern Sie sich besonders deutlich an einen Geruch im Elternhaus, aber nicht mehr an die Jahreszahl. Vielleicht fällt Ihnen eine wichtige Begebenheit erst nach unserem Gespräch wieder ein. Für das Erzählen ist das kein Hindernis. Wir können bei dem anfangen, was Ihnen gegenwärtig ist, und offene Fragen für später festhalten.

Fotos, Briefe und andere Unterlagen können dabei helfen. Sie müssen aber nicht zuerst ein vollständiges Familienarchiv zusammenstellen. Für ein erstes Gespräch reicht häufig ein Gegenstand oder ein Bild, an dem eine Geschichte hängt. Entscheidend ist nicht nur, was darauf zu sehen ist, sondern was Sie damit verbinden. Wer stand hinter der Kamera? Was geschah kurz davor? Weshalb haben Sie gerade dieses Bild aufgehoben?

Ein Buch aus Gesprächen ist keine ungefilterte Abschrift. Wiederholungen werden geordnet, Zusammenhänge herausgearbeitet und sprachliche Übergänge geschaffen. Ihre Erinnerungen bilden die Grundlage; aus ihnen entsteht eine lesbare Erzählung. Wenn etwas unklar bleibt, braucht es eine Rückfrage und keine erfundene Ergänzung.

Auf Wunsch kommen weitere Stimmen hinzu

Auch Familienmitglieder, Mitarbeiter, Kooperationspartner oder Kunden können erzählen. Ihre Erinnerungen bringen eine weitere Perspektive in das Porträt: Wie haben sie Sie erlebt? Was ist ihnen von einer Begegnung geblieben? Gemeinsam besprechen wir, wessen Stimme für Ihr Buch sinnvoll ist. Diese zusätzlichen Gespräche ergänzen Ihr eigenes Erzählen und können Seiten Ihrer Persönlichkeit zeigen, die Sie selbst kaum benennen würden.

Ein Mann und eine Frau sitzen sich an einem Tisch gegenüber und führen ein persönliches Gespräch
Eine Frage kann eine Erinnerung öffnen. Persönliche Gespräche bilden die Grundlage des Buches. Symbolbild.Foto: Kindel Media / Pexels

So entsteht Ihre Biografie – vom Kennenlernen bis zum Druck

  1. Vorgespräch und gemeinsamer Rahmen. In einem kostenlosen Vorgespräch am Telefon lernen wir uns kennen. Wir sprechen über Ihr Anliegen, die vorgesehene Leserschaft und den gewünschten Umfang. Ein festes Datum, etwa ein Geburtstag, gehört bereits in dieses Gespräch.
  2. Persönliche Gespräche. Sie erzählen, ich frage nach und nehme die Gespräche auf. Vorhandene Dokumente oder zusätzliche Stimmen können hinzukommen. Bei längeren Projekten wechseln sich Interview- und Schreibphasen ab.
  3. Das Manuskript. Ich schreibe, überarbeite und korrigiere Ihre Geschichte. Inhalt, Titel und Cover stimmen wir auf Ihre Vorstellungen ab. Ihre Erinnerungen bekommen eine lesbare Form, die über eine bloße Abschrift unserer Gespräche hinausgeht.
  4. Ihre Durchsicht und Freigabe. Sie lesen das Manuskript und teilen mir Änderungs- oder Ergänzungswünsche mit. Ich arbeite diese ein und lege Ihnen die korrigierte Fassung erneut zur Druckfreigabe vor.
  5. Ihr gedrucktes Buch. Das Buch wird in der vereinbarten Ausstattung und Auflage hergestellt und Ihnen zugestellt. Ob es ausschließlich privat weitergegeben oder auf Wunsch käuflich erhältlich wird, gehört zu den Entscheidungen für Ihr Projekt.

Wie lange dauert es, eine Biografie schreiben zu lassen?

Der Zeitplan hängt vom Umfang der Geschichte, unseren Gesprächsterminen, zusätzlichen Materialien und der Abstimmung des Manuskripts ab. Auch Gestaltung und Druck brauchen einen eigenen Platz im Kalender. Eine feste Zahl von Wochen wäre ohne diese Angaben keine verlässliche Zusage.

Wenn Sie ein Buch zu einem bestimmten Anlass möchten, planen wir vom gewünschten Übergabetermin rückwärts: Wann muss die Druckfreigabe vorliegen? Wie viel Zeit benötigen Sie zum Lesen? Bis wann sollen Gespräche und Ergänzungen abgeschlossen sein? So wird sichtbar, ob ein Termin zu Ihrem Vorhaben passt oder der Umfang angepasst werden müsste.

Welche Entscheidungen bleiben bei Ihnen?

Sie entscheiden, welche Geschichte Sie erzählen möchten und welche Grenzen gelten. Beim Lesen des Manuskripts können Sie prüfen, ob Ereignisse richtig wiedergegeben sind und ob die Gewichtung Ihrer Sicht entspricht. Gerade eine sachlich korrekte Passage kann sich für Sie trotzdem falsch anfühlen, wenn ein Nebenaspekt zu viel Raum bekommt. Auch solche Rückmeldungen gehören zur Abstimmung.

Hilfreich ist, Änderungswünsche nach Inhalt, Gewichtung und Formulierung zu unterscheiden. „Der Umzug war 1968“ korrigiert einen Fakt. „Die Entscheidung war vor allem wegen meiner Mutter schwierig“ ergänzt einen wichtigen Zusammenhang. „Diesen Ausdruck würde ich nicht verwenden“ betrifft Ihre Stimme. Je genauer eine Rückmeldung ist, desto gezielter lässt sich der Text weiterentwickeln.

Wenn mehrere Angehörige mitlesen, bestimmen Sie möglichst eine Person, die Rückmeldungen sammelt. Kennzeichnen Sie unterschiedliche Sichtweisen, statt sie stillschweigend zusammenzuführen. So bleibt nachvollziehbar, welcher Vorschlag von wem kommt und welche Änderung tatsächlich gewünscht ist.

Was kostet es, eine Biografie schreiben zu lassen?

Ich arbeite auf Grundlage eines festen Honorars, nicht gegen eine Beteiligung an späteren Buchverkäufen. Ein belastbarer Betrag setzt voraus, dass wir Ihr Vorhaben und den Leistungsumfang besprochen haben. Entscheidend ist nicht allein die spätere Seitenzahl: Auch Gespräche, Sichtung von Unterlagen, Textarbeit und Abstimmung gehören zum Aufwand.

Wenn Sie Angebote einholen, achten Sie deshalb auf diese Unterschiede:

BereichWas Sie vergleichen sollten
GesprächeWelche Gespräche sind vorgesehen? Werden weitere Personen einbezogen? Wie werden Reiseaufwand und zusätzliche Termine behandelt?
Material und TextGeht es um eine einzelne Lebensphase oder einen umfassenden Rückblick? Werden Dokumente gesichtet und offene Angaben recherchiert?
ÜberarbeitungWelche Durchsicht und Korrekturen sind enthalten? Wie werden spätere Ergänzungen oder größere Änderungen vereinbart?
BuchherstellungGehören Gestaltung, Umschlag, Bildbearbeitung, Probeexemplar, Druck und Versand zum Angebot? Welche Ausstattung und Exemplarmenge liegen zugrunde?

Eine kurze Familienerinnerung mit wenigen Bildern ist ein anderes Vorhaben als eine umfangreiche Lebensgeschichte mit zusätzlichen Gesprächen und vielen Dokumenten. Das ist kein Qualitätsunterschied. Es sind unterschiedliche Aufgaben, die im Angebot erkennbar sein sollten.

Was Sie vor dem Vergleich zweier Angebote klären sollten

Ein niedrigerer Gesamtbetrag ist erst dann aussagekräftig, wenn die Leistungen vergleichbar sind. Ist nur das Schreiben gemeint, oder gehören Gespräche, Materialauswertung, Überarbeitung und Buchgestaltung dazu? Werden gedruckte Exemplare mit angeboten? Welche Änderungen sind eingeschlossen, und wie wird mit später hinzukommenden Themen umgegangen?

Bitten Sie um eine Beschreibung der Arbeitsschritte. Ein Angebot für eine kurze, klar abgegrenzte Lebensphase lässt sich nicht unmittelbar mit einem Projekt vergleichen, das mehrere Gesprächspartner und viele Unterlagen einbezieht. Wenn Sie ein Budget nennen möchten, besprechen Sie lieber einen passenden Umfang, als bei gleicher Erwartung lediglich weniger Zeit für die Textarbeit anzusetzen.

Wie wird daraus ein Buch, in dem Sie sich wiedererkennen?

Eine Lebensgeschichte soll sich nicht wie ein austauschbarer Bericht lesen. Beim Erzählen geht es auch um Ihre Sicht auf die Dinge: worüber Sie lachen, woran Sie zweifeln, was Sie bewegt. Beim Lesen des Manuskripts können Sie prüfen, ob diese Perspektive getroffen ist. Markieren Sie nicht nur sachliche Fehler, sondern auch Stellen, an denen Sie sagen würden: „So habe ich das nicht gemeint.“

Ich habe Musikwissenschaft und Germanistik studiert und promoviert. Sprache und die Arbeit mit Menschen gehören zu meinem beruflichen Weg; mehr dazu finden Sie in meinem persönlichen Porträt. Für Ihre Entscheidung ist daneben etwas sehr Handfestes hilfreich: Lesen Sie einige Seiten aus einem fertigen Buch.

Buchcover Mama, sag du es – Porträt einer verwaisten Mutter, Ghenet Yebio
Ein veröffentlichtes biografisches Porträt aus meinen Buchprojekten.

Eine Arbeitsprobe: „Mama, sag du es“

Das Buch über Ghenet Yebio widmet sich einer persönlichen Lebensgeschichte und dem Verlust ihres Kindes. Die Leseprobe „Mama, sag du es“ (PDF) gibt Ihnen einen unmittelbaren Eindruck der Sprache. Thema und Ton dieses Buches sind individuell; Ihr eigenes Buch erhält seinen Rahmen aus Ihrer Geschichte.

Prüfen Sie beim Lesen: Fühlen Sie sich der dargestellten Person nahe? Können Sie den Gedanken und Übergängen folgen? Möchten Sie in einer ähnlichen Sorgfalt über Ihr eigenes Leben sprechen? Weitere Buchformen finden Sie bei den Büchern und Leseproben.

Eine Leseprobe mit konkreten Fragen lesen

Beobachten Sie zunächst, wie schnell Sie eine Vorstellung von der erzählten Person bekommen. Erfahren Sie nur Daten, oder verstehen Sie auch Entscheidungen und Beziehungen? Achten Sie dann auf den Wechsel zwischen einzelnen Situationen und zusammenfassenden Passagen. Nicht jeder Lebensabschnitt braucht die gleiche Nähe und Ausführlichkeit.

Lesen Sie anschließend einen Absatz laut. Passt diese Art zu erzählen zu Ihrer Vorstellung von einem persönlichen Buch? Eine Arbeitsprobe zeigt Ihnen eine konkrete Zusammenarbeit mit einer anderen Person. Sie ist deshalb ein Anlass, Ihre Wünsche zu besprechen, und keine Vorgabe, genauso klingen zu müssen.

Ein Buch für die Familie: Mitwirkung, Erinnerungen und Grenzen

Wenn Sie Ihren Eltern oder Großeltern eine Biografie schenken möchten, beziehen Sie die betreffende Person früh ein. Das Geschenk umfasst auch Zeit, Gespräche und persönliche Entscheidungen. Ein Buch über das eigene Leben sollte aus dem Wunsch entstehen, etwas zu erzählen. Klären Sie deshalb zuerst, ob die Person diesen Weg gehen möchte und wer das Buch später lesen darf.

Vereinbaren Sie außerdem, wer organisatorisch ansprechbar ist und wer Rückmeldungen zum Manuskript gibt. Wenn mehrere Angehörige mitlesen, ist eine gemeinsame, geordnete Rückmeldung hilfreicher als widersprüchliche Änderungen in mehreren Dateien. Die erzählende Person sollte dabei nicht zwischen unterschiedlichen Erwartungen der Familie verschwinden.

Wenn Erinnerungen oder Unterlagen fehlen

Eine fehlende Jahreszahl muss den Anfang nicht verhindern. Schreiben Sie offene Angaben auf und prüfen Sie gezielt, welche Dokumente oder Personen weiterhelfen könnten. Unterschiedliche Erinnerungen dürfen als unterschiedliche Perspektiven erkennbar bleiben. Sie sollten nicht zu scheinbarer Gewissheit geglättet werden.

Kann ein Mensch nicht mehr selbst erzählen, ist das eine andere Ausgangslage als eine Biografie aus persönlichen Gesprächen. Dann stehen erhaltene Unterlagen und Erinnerungen anderer im Vordergrund. Besprechen wir zunächst, welches Material vorhanden ist und welche Form sich daraus verantwortbar entwickeln lässt.

Was bleibt privat?

Nicht alles, was zu einem Leben gehört, muss veröffentlicht werden. Besprechen Sie früh, welche Themen zunächst nur Hintergrund sind und welche Personen oder Dokumente besondere Sorgfalt verlangen. Vor dem Druck sollten außerdem der Umgang mit Gesprächsaufnahmen, die vereinbarte Vertraulichkeit und die Weitergabe von Dateien klar sein. Lassen Sie Rechtefragen zu Fotos, Briefen und erkennbaren Dritten bei Bedarf fachkundig prüfen.

Ein altes Fotoalbum mit beschrifteten Schwarz-Weiß-Fotos und gesammelten Erinnerungsstücken
Fotos und Erinnerungsstücke halten Familiengeschichte fest. Ihr Buch ergänzt die Geschichten und Zusammenhänge dahinter.Foto: Jutta Elisabeth / Unsplash

Was Sie für ein erstes Gespräch bereithalten können

Einige Sätze genügen: Wessen Geschichte soll erzählt werden? Für wen ist das Buch gedacht? Gibt es einen besonderen Anlass oder Termin? Erwähnen Sie auch, ob bereits Texte, Fotos oder Aufzeichnungen vorhanden sind und ob weitere Menschen mitwirken möchten. Sie brauchen noch keine fertige Gliederung und keinen endgültigen Titel.

Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob Sie schreiben lassen oder selbst beginnen möchten, probieren Sie die Erinnerungskarte im Ratgeber Ein Buch über mein Leben schreiben aus. Schon eine einzelne aufgeschriebene oder erzählte Szene kann Ihnen zeigen, welcher Weg Ihnen eher liegt.

Eine Entscheidung, mit der Sie sich wohlfühlen

Nach dem ersten Austausch sollten Sie nicht nur wissen, wie ein Buch entstehen könnte. Sie sollten auch einschätzen können, ob Sie mit diesem Gegenüber erzählen möchten. Wurden Ihre Fragen beantwortet? Konnten Sie eine Unsicherheit offen ansprechen? Ist verständlich geworden, welche Arbeit Sie abgeben und wo Ihre Mitwirkung gefragt bleibt?

Sie müssen vor diesem Gespräch noch nicht wissen, welches Ereignis auf der ersten Seite steht. Wichtiger ist Ihr Anliegen: Was möchten Sie bewahren, und für wen? Ein Foto, eine kurze Erinnerung oder der Satz „Meine Kinder kennen diese Seite meines Lebens noch nicht“ kann dafür ein guter Ausgangspunkt sein.

Aus diesem Anliegen lässt sich gemeinsam eine Buchidee entwickeln. Eine Biografie, in der nicht einfach möglichst viel über Sie steht, sondern in der Ihre Geschichte verständlich wird. Sie erzählen; ich höre zu, frage nach und schreibe. Bevor aus dem Manuskript Ihr Buch wird, lesen Sie es und geben die Fassung für den Druck frei.

Lassen Sie uns über Ihre Geschichte sprechen

Sie möchten Ihre Lebensgeschichte als Buch bewahren? Erzählen Sie mir von Ihrem Vorhaben. Ich erstelle Ihnen ein unverbindliches Angebot für Ihr biografisches Buch.

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